artist statement

Artist Statement

Zwischen Nähe und Distanz, Beobachtung und Kontemplation, die Arbeiten untersuchen die Spannung zwischen Mensch und Landschaft, zwischen individuellem Blick und der autonomen Existenz der Natur. In meinen Bildern widme ich mich Orten, die auf den ersten Blick unspektakulär erscheinen, deren stille Präsenz jedoch eine unerwartete Tiefe und Sensibilität offenbart.

Die Serie zeigt Landschaften, Waldränder, Uferzonen, Felder, Gewässer und Orts, häufig eingefasst durch klare Blickachsen oder rahmende Elemente wie Wege, Schneisen oder Fenster. Dieser bewusst gewählte kompositorische Zugriff reflektiert die Art und Weise, wie wir Landschaften heute wahrnehmen, selten als ungebrochene Natur, sondern als Ausschnitte, gefiltert durch räumliche, kulturelle oder emotionale Rahmen.

Die Arbeiten verbinden beobachtende Genauigkeit mit einer subtil poetischen Reduktion. Mich interessiert weniger das Spektakuläre als das stetig Wiederkehrende, das Alltägliche, das in seiner Zurückhaltung eine besondere Wirkung entfaltet. Farbflächen, Texturen und Lichtverhältnisse treten in einen ruhigen Dialog; das Atmosphärische erklärt sich nicht durch dramatische Setzungen, sondern durch geduldige Verdichtung.

Die Motive entstehen bei langsamen Fußwegen durch vertraute Landschaften. Dieses Gehen, tastend, suchend, registrierend, ist Teil meines künstlerischen Prozesses. Es führt zu Bildern, die nicht nur eine äußere Umgebung darstellen, sondern Formen des inneren Sehens: Orte, an denen sich Wahrnehmung, Erinnerung und Stimmung überschneiden.

Die Serie, zu der auch der „Blick aus dem Fenster“ gehört, folgt daher keiner rein dokumentarischen Absicht, sondern untersucht die Frage, wie Landschaft im Menschen fortbesteht und welche Rolle der Blick als vermittelnde Instanz spielt. Ob ein gepflügtes Feld, ein Wald im Winter, die Spiegelung eines Flusses oder ein Weg, der sich zwischen Böschungen verliert, die Motive stehen für Übergänge: zwischen Innen und Außen, Nähe und Ferne, Präsenz und Ahnung.

In einer Zeit, in der Natur als Ressource oder Kulisse verstanden wird, suche ich in meinen Arbeiten eine neue Form der Aufmerksamkeit. Die Landschaft wird nicht heroisiert, sondern ernst genommen, als Gegenüber, das man betrachten kann, ohne es besitzen zu wollen.

Die Bilder laden dazu ein, langsamer zu werden, feiner zu sehen und im vermeintlich Einfachen die Metaebene eines Ortes zu entdecken.